Warum Kostenschätzungen im Internet daneben liegen
tl;dr: Ihr gebt bei Google die falschen Dinge ein, um Kosten zu schätzen. Daher wird es am Ende immer teurer. Mit unserem Kostenschätzer vermeidet ihr das und bekommt in Sekunden eine valide Schätzung.
Jeder, der etwas an Wohnung oder Haus verändern möchte, kennt das: Ich habe tausend Vorstellungen von meinem Wunschergebnis, aber keine Vorstellung von den Kosten, die auf mich zukommen. Der erste Impuls ist dann natürlich, Google nach den Kosten zu befragen.
Um es konkret zu machen, hier ein Beispiel von meinem eigenen Saniervorhaben. Für einen 50m2 Anbau an unser historisches Backsteinhaus (Baujahr 1904) brauchen wir eine Bodenplatte. Hier die Meinung von Google, was mich so eine Bodenplatte kosten sollte: 100-150€ je m2. Damit rechne ich jetzt bei meinen 50m2 mit Angeboten im Bereich 5.000€ - 7.500€. Mit ein bisschen Vorsicht trage ich 10.000€ in meine eigens erstellt Excel-Tabelle ein und gehe davon aus, dass diese Zahl noch sinkt.
Jetzt wird es spannend, das erste Angebot ist da. Und was soll meine Bodenplatte kosten? 31.175,62€ brutto. Und da kommt dann noch eine Baustelleneinrichtung dazu. Ok, vielleicht ein extremes Angebot, auf dass der Bauunternehmer keine Lust hat. Das zweite Angebot kommt an: 34.016.58€ brutto für unsere Bodenplatte. Jetzt bekomme ich langsam Panik, passiert mir das jetzt mit allen Positionen so? Dann kann ich mein Vorhaben ja direkt wieder einstampfen. Das Dritte Angebot: 25.295,03€ brutto. Etwas besser, aber trotzdem weit weg von meinen Erwartungen. Hier noch mal grafisch veranschaulicht, und man beachte: 7.500€ ist bereits das obere Ende der Google Schätzung.
Angebote Bodenplatte vs. Google-Schätzung
Wo kommen diese großen Unterschiede her?
1. Google Suche ist zu eindimensional
Als Fachfremder stelle ich Google schlicht die falsche Frage. Ich habe gehört oder gelesen, dass ich eine Bodenplatte brauche. Das ist aber zu kurz gesprungen. Ich brauche eine Bodenplatte, aber es werden viel mehr Arbeitsschritte benötigt, als nur die Bodenplatte herzustellen. Konkret: Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten mit Bodenaushub, Dämmungen, Sauberkeitsschichten, Abdichtungen, etc. Das sind alles Dinge, die ich zwingend machen muss, und das taucht dann natürlich auch in den Angeboten auf.
2. Preise verändern sich über die Zeit
Vor allem in den letzten Jahren sind Preise extrem gestiegen, und das tun sie teilweise immer noch. Google durchsucht das Internet nach Informationen zu Preisen, diese können aber gerne 2-3 Jahre alt sein. Und das führt dann in der Folge zu einer zu geringen Kostenschätzung.
3. Regionale Faktoren sind wichtig
Zusätzlich schwanken Preise auch regional. So sind die gleichen Umfänge in München um 55% teurer als im Deutschen Durchschnitt. Auch das wird nicht berücksichtigt bei meiner Google Frage zu den Kosten meiner Bodenplatte.
Was kann ich jetzt dagegen tun?
Die bestmögliche Kostenschätzung erhalte ich, wenn ich mich an einen Fachplaner wende. Zum Beispiel eine Architektin. Diese kann auf vergangene Projekte zugreifen und alle individuellen Gegebenheiten des Projektes mit einbeziehen. Das macht sie jedoch nicht umsonst, sondern das kostet Geld. Geld, dass ich in einer frühen Phase noch nicht ausgeben und vielleicht sogar ganz einsparen möchte.
Also alles hoffnungslos? Nein! Genau das Problem hatte ich selbst auch, und ich habe ein Lösung gefunden. Der Trick ist es, die gewünschten Umfänge in Teile zu zerlegen und die Kostenschätzung dann auf diese Subumfänge anzuwenden. So macht es auch ein Architekt - mittels Leistungsverzeichnis werden Preise eingeholt und dann verglichen.
Daraus ist der Kostenschätzer entstanden. Dieser analysiert, was die Kosten für das jeweilige Projekt am meisten beeinflusst und stellt entsprechende Rückfragen. Anhand der Antworten wird ein kleines Leistungsverzeichnis erstellt und die Kosten werden ermittelt. Zusätzlich kann angegeben werden, ob Umfänge in Eigenleistung durchgeführt werden sollen. Das beeinflusst dann positiv den Preis.
Und was sagt der Kostenschäter zu 50m2 Bodenplatte?
Das Ergebnis des Kostenschätzers: 24.160€, und damit leicht unter dem günstigsten Angebot. Dass wir neben der Bodenplatte Erdarbeiten, Abdichtungen, Baustelleneinrichtung etc. brauchen hat der Kostenschätzer mitbedacht und aufgezeigt. Mit dieser Schätzung muss ich am Ende nicht 100% richtig liegen, aber es erlaubt mir eine solide Gesamtplanung für mein Projekt und ich erlebe keine böse Überraschung, sobald das erste Angebot eintrifft.